Giants Causeway


Nordirland

Nordirland ist Teil des Vereinigten Königreichs. Es besteht aus sechs der neun Grafschaften der irischen Provinz Ulster:

Sollte man als Tourist Ferien in Nordirland machen? Ist Nord-irland als Reiseziel überhaupt attraktiv? Das ist eine Frage, die von vielen Irlandreisenden immer wieder gestellt wird. Die Antwort lautet: Unbedingt! Einige der schönsten Gegenden und interessantesten Attraktionen liegen in Nordirland:

Angelfans und Bootsfahrer finden ihr Paradies am Lough Erne, kulturell interessierte Menschen zieht es nach Belfast, Armagh und Derry/Londonderry. Wanderfreunde wiederum finden ihr Glück in den Glens of Antrim, den Mourne- und Sperrin Moun-tains und wer auf den Spuren der Kelten wandeln möchte, findet diese im Navan Fort, Co. Armanagh.

Im Verhältnis zur Republik Irland ist Nordirland dichter bevölkert und weist einen höheren Industrialisierungsgrad auf. Das pro Kopf Bruttosozialprodukt Nordirlands ist jedoch kleiner als dasjenige der Republik Irland.

Neuzeitliche Geschichte Nordirlands

Die Geschichte Nordirlands ist unausweichlich mit der Ge-schichte der irischen Unabhängigkeit verbunden – erst nachdem sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts die sogenannte "Home Rule" abzeichnete und die vor allem im Norden ansässige britische Minderheit einen Verlust ihrer traditionell besseren Stellung befürchtete, begannen die Bestrebungen sich dagegen zu wehren.

Es bildeten sich unionistische paramilitärische Gruppen, allen voran die "Ulster Volunteer Force" als Gegenpartei zur "Irisch- Republikanischen Armee" (IRA) und ihrem politischen Arm "Sinn Fein", die schon lange - vor allem aber nach dem Osteraufstand von 1916 in Dublin - ein vereintes Irland anstrebten.

Nach dem Ersten Weltkrieg zeigte sich Irland zunehmend als unregierbar, so dass sich die Briten zum Rückzug aus dem Land entschlossen. Als Konzession an die unionistischen und in der Mehrheit protestantischen Einwohner des Nordostens wurde ein eigener, im Vereinigten Königreich verbleibender Staat geschaffen: Nordirland, das sich aus den sechs Grafschaften Armagh, Antrim, Derry, Down, Fermanagh und Tyrone bildete.

"Bürgerkriegsprovinz Ulster"

Nachdem die Situation in Nordirland schon über Jahrzehnte instabil war, führten die Aktionen der nationalistisch dominier-ten Bürgerrechtsbewegung unter Führung der IRA und die ent-sprechenden Reaktionen der am Status Quo interessierten Unionisten Ende der 1960-er zum offenen Konflikt. Dabei er-griffen die Ordnungshüter der "Royal Ulster Constabulary" (RUC) offen Partei für die Unionisten. Nach einer Welle von Gewalttätigkeiten entschloss sich die britische Regierung zu radikalen Massnahmen: Britische Soldaten wurden als Frie-denstruppen nach Nordirland entsandt. Anfänglich wurden die Militärs von den nationalistisch gesinnten Bevölkerungsteilen noch als neue Ordnungsmacht willkommen geheissen. Dies änderte sich aber sehr schnell. Die britischen Soldaten hatten den Ruf einer Besatzungstruppe. Nach dem "Bloody Sunday" im Januar 1972 mit 13 Toten und vielen Verletzten unter den Demonstranten eines Friedensmarsches in Derry / Londonderry war das Feindbild in den Augen des katholischen Bevöl-kerungsteil definitiv etabliert.

Bis in die 1990-er Jahre bestand eine immer wieder in offene Gewalt übergehende Konfliktsituation, die vor allem durch Terror und Gegenterror definiert wurde. Dabei kam es nicht nur zu Gewalttaten in Nordirland selber, auch die Republik Irland, Grossbritannien und sogar das europäische Festland wurden Austragungsorte dieser Gewaltakte, die von beiden Parteien als "Troubles" bezeichnet wurden. Die Wortwahl "Troubles" (Schwierigkeiten) für den Nordirlandkonflikt mit seinen über 3'500 Toten und zehntausenden von Verletzten ist eine bedenkliche Verharmlosung; die Terminologie "bürger-kriegsähnliche Zustände" wäre da wohl passender gewesen.

Erst der Mitte der 1990-er Jahre einsetzende Friedensprozess, der unter anderem durch US-amerikanische Vermittlung zustande kam, brachte den Durchbruch. Sinn Fein, der politische Arm der IRA und sein politischer Gegenspieler, der extremistische Reverend Ian Paisley willigte in eine gemeinsame politische Koalition ein: Das Karfreitagsabkommen von 1998 bildete die Grundlage für den Start in eine gewaltfreie Zukunft und zum friedliche Zusammenleben der beiden grossen Volksgruppen in Nordirland.

Die heutige Sicherheitslage in Nordirland

Wer heute nach Nordirland fährt, wird nicht mehr mit der gewaltgeprägten Vergangenheit konfrontiert. Die schwer befestigten Grenzkontrollpunkte sind Gott sei Dank schon lange Geschichte. Beim Überschreiten der inneririschen Grenze fallen lediglich die verschieden gestalteten Strassen- und Verkehrs-schilder auf: Distanzangaben und Höchstgeschwindigkeitsbe-grenzungen werden in Meilen angezeigt.

Für den Touristen gilt Nordirland zurzeit als sicher. Es ist der feste Wille der führenden Politiker sowohl in der Republik Irland als auch im Vereinigten Königreich, dass bei einem Brexit, wie immer er auch ausgestaltet sein wird, keine "harte" innerirische Grenze mehr etabliert wird.

Ferien in Irland mit einem Aufenthalt in Nordirland ver-binden?

Irland und Nordirland bieten den Gästen absolut Gleichwertiges: Atemberaubend schöne Landschaften und äusserst charmante und freundliche Menschen und Gastgeber!

Die Fluganreise über die drei nordirischen Flughäfen (Belfast George Best, Belfast International und Derry/Londonderry) ist aus der Schweiz nur mit Umsteigeverbindungen via England oder Schottland möglich. Für Schweizer Gäste ist eine Anreise über den Flughafen Dublin am einfachsten und am preisgünstigsten. Vom Flughafen Dublin aus benötigt "Bus Eireann Expressway", Route X2A, bis in die Belfaster Innenstadt lediglich zwei Stunden.

Fährverbindungen: Die Überfahrt der distanzmässig kürzesten Verbindung von Cairnryan in Schottland nach Belfast oder Larne (Vorort von Belfast) dauert rund 2 Stunden.

Quellen: Visitor Information Centres Northern Ireland / Offizielle Webseite Discover Northern Ireland